Begriffe kurz erklärt.

Alle Quellen zu den Informationen im Glossar finden Sie hier.
 
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Abseite

zumeist kleinerer Raum neben einem Hauptraum; Nebenraum
 
 

Ackerwerk

gutsherrlicher Eigenbetrieb, d. h. eigenständiger Betrieb einer Meierei oder eines Gutes
 
 

Agrarverfassung

Gesamtgefüge der ländlichen Wirtschaft und Gesellschaft, unter den jeweiligen politischen, rechtlichen und sozialen Tatbeständen, das die Beziehungen der Menschen zueinander sowie ihr Verhältnis zum Betrieb und zu ihrer Arbeit bestimmt. Haupttypen der A. sind das Bauerntum, die Grundherrschaft, die Gutsherrschaft und die Genossenschaft.
 
 

Ahnenprobe

Nachweis des Ahnenadels, d.h. der Abkunft einer bestimmten Zahl adliger Ahnen, bestehend aus dem Nachweis der Ritterbürtigkeit der einzelnen Vorfahren.
 
 

Akroterion, Akroterien

Höchstes, bekrönendes Element; Giebelverzierung an der Spitze und/oder den seitlichen Ecken eines Giebeldreieckes; das ursprünglich aus der griechischen Baukunst der Antike stammende Schmuckelement wurde im Klassizismus wieder entdeckt.
 
 

Allod, Allodialgut

Allod (mittellat.) bezeichnet im mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Recht einen Besitz, dessen Eigentümer darüber frei verfügen konnte. Der Besitz war nicht gebunden an irgendwelche Leistungen bzw. Verpflichtungen des Inhabers gegenüber anderen Personen. Ein Allod konnte gemäß dem landesüblichen Recht frei vererbt werden. Ursprünglich waren von den Einkünften aus Allodialgütern nicht einmal Steuern an den Landesfürsten zu entrichten.
In all diesen Eigenschaften unterscheidet sich das Allod vom Lehen, das dem Lehnsnehmer oder Vasallen eben nicht uneingeschränkt gehörte. Das Obereigentum am Lehen verblieb beim Lehnsherrn, der von seinen Vasallen unterschiedliche zumeist durch das Gewohnheitsrecht bestimmte Leistungen verlangen konnte. Lehen ist nutzbares Eigentum, Allod dagegen ist volles Eigentum.

 
 

Altenteil

Leistungen und Lieferungen, die dem Besitzer eines Gutes (i. d. R. eines bäuerlichen), der dieses einem oder mehreren seiner Kinder oder Erben zu Lebzeiten abtritt, auf Lebenszeit zustehen.
 
 

Altsiedelland

Gebiete in Mitteleuropa, die bereits vor der im Allgemeinen erst im 9. Jahrhundert einsetzenden Besiedlung bewohnt waren.
 
 

Amt

Da schon im Mittelalter ein Landesherr die Herrscherfunktion nicht allein ausüben konnte, musste er Sachwalter einsetzen, die die Gerichtsbarkeit und die Administration wahrnahmen; das sich daraus entwickelnde landesfürstliche Ämterwesen bildete eine der wichtigsten Voraussetzungen für die frühneuzeitlichen Staaten.
 
 

Appartement

(frz.)
Eine Anzahl von zusammenhängenden Räumen, die in einer Burg, einem Schloss oder einem Herrenhaus die Wohnung einer herrschaftlichen Person bilden.

 
 

Architrav

in der antiken Baukunst und den von ihr beeinflussten Baustilen der waagerechten, den Oberbau tragende Hauptbalken; zumeist in Erinnerung an die Herkunft aus dem Holzbau in mehrere horizontale, im Querschnitt profilierte Streifen gegliedert.
 
 

Armenhaus

zumeist gemeindlich oder durch den Gutsherren unterhaltenes Wohnhaus für die mittellosen, nicht erwerbsfähigen Bewohner eines Ortes
 
 

Aufsiedlung

Landzuteilung zu Gunsten neu zu schaffender oder zu vergrößernder kleiner landwirtschaftlicher Betriebe im Zusammenhang mit der Aufteilung von Domänen oder Teilen ritterschaftlicher Güter.