Begriffe kurz erklärt.

Alle Quellen zu den Informationen im Glossar finden Sie hier.
 
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Lambris, Lambrisien

Eine Bekleidung der Wände eine Wohnraumes mit Holz / Täfelwerk), Marmor oder Stuck.
 
 

Landdrost

(mndt.: drossete, Truchsess)
Seit dem Spätmittelalter vor allem in Nordwestdeutschland, aber auch in Mecklenburg ein Beamter, der für einen definierten Verwaltungsbezirk in militärischer, jurisdiktioneller und polizeilicher Beziehung die Stelle des Landesherrn vertrat. Die Funktion ist in etwa mit dem Amtmann, Amtshauptmann oder Landrat vergleichbar.

 
 

Lassit

Besonders seit dem Dreißigjährigen Krieg ein Bauer, der hauptsächlich gegen Fronden einen Hof zur Nutzung erhielt, den er nur gegen Stellung eines Nachfolgers verlassen konnte.
 
 

Lavoir

(frz.) – Waschbecken
 
 

Lehn, Lehen

(lat. feudum)
Grund und Boden, Rechte oder Ämter, die der Lehnsherr dem Lehnsmann per Vertrag (Lehensbrief) zur Nutznießung übergab bzw. verlieh. Als Gegenleistung erhielt er dafür entsprechende Lehndienste wie Kriegs- und Hofdienst und Abgaben. Größter Verleiher war der Landesherr, größter Empfänger der Adel, aber auch die Kirche und die Städte verliehen dingliches Gut.
Das adelige Lehn ging zunächst erblich an eine gesamte Familie – zur gesamten Hand –, später auch als Herren- oder Mannlehen an einzelne Personen. Nur in Mecklenburg waren auch Frauen durch das Erbjungfernrecht lehnsberechtigt. Beim Aussterben der männlichen Linie einer Familie oder bei Untreue (Felonie) kam es zum Heimfall eines Gutes an den Verleiher.

 
 

Lehngut

Ein als Lehn erhaltener ländlicher Besitz, zunächst auch ein Dorf, vor allem seit der Neuzeit ein Gutshof.
 
 

Lehnsvetter

Bei der Vergabe eines Lehns an eine Familie, an einen Lehnsverband, diejenigen, die dem Lehnsträger nahe stehen und Ansprüche auf die Belehnung haben.
 
 

Leibeigene

Seit dem Ende des 14. Jahrhunderts Bezeichnung des persönlich Unfreien, die ihrem Leibherren einen Kopfzins zu zahlen hatten, sie waren entweder mit dem Fronhof unlöslich verbunden oder frei veräußerlich. Seit sich ab dem 15. Jahrhundert die Lage der Bauern verschlechterte, verwendete man das Wort L. für die neue Form der Abhängigkeit. In Ostelbien steigerte sich die Leibeigenschaft zur Erbuntertänigkeit.
 
 

Leibgedinge

Jedes zur Nutznießung auf Lebenszeit überlassene Gut.
 
 

Lichtpfanne

Vermutlich ein mit Öl gefülltes – pfannenartiges – Behältnis, in dem sich ein Docht befand und das als bewegliche Beleuchtung genutzt wurde.
 
 

Logiment, Losament

(frz.) - Wohnung

 
 

Lokator

Ostelbische Form eines mittelalterlichen Organisators bei der Neuanlage von Dörfern in Rodungs- oder Kolonisationsgebieten; die L.en waren im Auftrag einer adeligen oder kirchlichen Herrschaft tätig, übernahmen für diese vielfältige Funktionen und waren gegenüber den anderen Bauern begünstigt, oft wurden aus L.en Erbschulzen, erreichten vielfach den niederen Adel und errichteten Gutsherrschaften; nach anderen Definitionen unterschied man zwei Typen der L.en, zum einen die adligen Ritter, die für den Aufbau der Landesbefestigungen und der Städte, und zum anderen die Schulzen, die für die Gründung von Dörfern zuständig waren.
 
 

Luftofen

1. aus Eisenblech oder schwachem Gusseisen gefertigte Öfen ohne Züge oder mit gestürzten Zügen und tief angebrachtem Ausgang zum Schornstein; heizen, aber erkalten auch schnell.

2. freistehende Zimmeröfen aus Eisen oder in Nord- und Ostdeutschland häufiger gemauert, mit Zügen und einer Klappe im nach oben geführten Rauchabzugsrohr, mit der verhindert werden kann, dass durch die Luftströmung die heiße Luft des Ofens zu früh entweicht. Demselben Zweck dienen auch luftdicht schließende Ofentüren vor dem Feuerungsraum. Der Windofen wird vom Zimmer aus befeuert, im Gegensatz zum Halsofen.