Burggarten Schwerin

Lennéstraße 1, 19053 Schwerin

Der Burggarten am Schweriner Schloss – ein Gartenparadies auf engstem Raum.


Auf einer Fläche von nur 1,8 Hektar werden Höhenunterschiede von 12 Metern, zwischen dem Austritt aus dem Blumenzimmer im Hauptturm bis zur Uferzone am See, überwunden. Die Architekten Demmler und Stüler sowie der Gartenarchitekt Lenné haben ein Kunstwerk aus Treppen, Terrassen, Wasserspielen, Skulpturen und einer begehbaren Grotte erdacht. Sie knüpften mit der Gestaltung an die Tradition römischer Villen- und Terrassengärten der italienischen Renaissance an und banden das Schloss und seine Festungsanlagen in den Garten ein.

Harmonisch wurden Elemente eines englischen Landschaftsgartens im ufernahen Bereich am Schweriner See mit geometrisch ornamentalen Beetformen, Rabatten und Bepflanzungen im Orangeriehof, im Muschelbrunnenhof und auf Terrassen verbunden. Angelegt hat den Garten in der Mitte des 19. Jahrhunderts der Hofgärtner Theodor Klett.

Den Mittelpunkt der Gartenanlage bildet die Orangerie mit einer Dreiflügelanlage unter der Terrasse am Hauptturm und dem Weinlaubsaal im Osten sowie dem Medaillonsaal im Westen. Diese Räume wurden im Winter für die Aufbewahrung der ca. 800 empfindlichen Topf- und Kübelpflanzen als Kalthaus, als Gewächshaus und als Wintergarten genutzt.

Die Bauform der Orangerie mit ihrer Fassade aus Eisenkunstguss und Glas, ihrer Anordnung unter einer begehbaren Terrasse und ihrer unmittelbaren Verbindung mit dem Schloss ist einzigartig in Europa.

Ein besonderes Kennzeichen des Burggartens ist sein reicher figürlicher Schmuck. Er wird durch Skulpturen geziert, die in enger ikonographischer und Sichtbeziehung stehen. Besonders auffallend sind die beiden schwebenden Viktorien auf der Terrasse am Hauptturm von Christian Rauch. Zwischen den Viktorien, in der Achse der Haupttreppe und des Kolonnadentores, steht eine sandsteinerne Sonnenuhr. Über dem triumphbogenartigen Kolonnadentor „bändigt Herakles den kretischen Stier“, der die Stärke des herzöglichen Geschlechts und des Landes Mecklenburg symbolisieren sollte. Das figürliche Programm setzt sich fort an den Fassaden der Orangerie mit den Blumenmädchen oberhalb der gusseisernen Säulen.

Die Orangerie und alle dem Schloss seeseitig vorgelagerten Gebäudeteile wurden in den Jahren 1996 bis 2001 konstruktiv gesichert und fassadenseitig saniert. Im Anschluss an die Bauarbeiten hat der Garten seine historische Grundstruktur und Bepflanzung zurückerhalten. Die Orangerie selbst wurde für eine Nutzung als Pflanzenhaus und Café ausgebaut.

Für direkte Anfragen und weitere Informationen besuchen Sie bitte die Website www.landtag-mv.de.